Forst-Privatisierungsabsichten stoppen

Der tbb fordert, Fehler der Vergangenheit nicht zu wiederholen

„Stoppen Sie Staatssekretär Richwien und seine Privatisierungsvorstellungen!“ fordern der Bund Deutscher Forstleute (BDF) und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt Thüringen (IG BAU) und finden damit die rückhaltlose Unterstützung des tbb, nachdem der Staatssekretär des Thüringer Ministeriums für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz (TMLFUN) Roland Richwien vergangenen Freitag seine Absicht verkündet hat, die Thüringer Landesforstverwaltung teilweise privatisieren zu wollen.
 
Im Jahresbericht 2008 des Thüringer Landesrechnungshofs steht:„Das mit der Privatisierung des Straßenbetriebsdienstes verfolgte Ziel einer nachhaltigen Kostensenkung wurde bisher verfehlt. Die Ausgaben für den Winterdienst auf den Landesstraßen in Thüringen haben sich seit der Winterperiode 2001/2002 mehr als verdoppelt.“
 
„Wer verantwortungsbewusst mit Steuergeldern umgehen will, kann einen vom Landesrechnungshof festgestellten Fehler nicht wiederholen wollen. Im Gegenteil, verantwortungsbewusstes Handeln erfordert jetzt die Rücknahme der Privatisierung des Straßenbetriebsdienstes“, stellt der Landesvorsitzende des tbb Helmut Liebermann fest.
 
Dabei geht es nicht ausschließlich um die Beschäftigten im Forstbereich, sondern auch um die Glaubwürdigkeit der Regierungskoalition. „Auf Basis eines langfristigen Personalentwicklungskonzepts wird zeitnah ein angemessener Einstellungskorridor für Forstbedienstete und Waldarbeiter geschaffen“, so steht es in der Koalitionsvereinbarung. Das langfristige Personalentwicklungskonzept steht aus, und wie ein Einstellungskorridor geschaffen werden kann, wenn das Personal in eine Forst-GmbH ausgelagert wird, ist eine spannende Frage, an deren Antwort sich die Koalition wird messen lassen müssen.
 Die Thüringer Landesregierung wird in der Kabinettsklausur am 25. und 26. Januar 2010 hierzu die Weichen stellen, und man darf gespannt sein, welche Richtung der Zug einschlagen wird.

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