18. Dezember 2020
Auf Facebook teilenAuf Twitter weitersagenArtikel versenden

Digitalisierung der Verwaltung

Auszahlung der Corona-Hilfen dauert zu lange

„Viele Menschen müssen in der Covid19-Pandemie zu lange auf die versprochenen Unterstützungsleistungen warten“, bekräftigt Frank Schönborn, Landesvorsitzender des tbb die Kritik, die der dbb Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach am 18.12.2020 gegenüber der Nachrichtenagentur dpa die oft verzögerte Auszahlung der Corona-Hilfezahlungen.

Schönborn sieht die Ursachen neben der fehlenden technischen Ausstattung vor Ort auch in der Tatsache, dass die auszahlenden Behörden den massiven zusätzlichen Arbeitsanfall fast als Einzelkämpfer allein durchstehen müssen. „Neben der reinen Technik fehlen auch Software und Personal“, kritisiert Schönborn. Bereits mit Schreiben vom 17. November 2020 hatte der tbb die dringende personelle und technische Unterstützung des Landesverwaltungsamtes gefordert und dies wurde im Gespräch am 10. Dezember 2020 mit dem Ministerpräsidenten nochmals bekräftigt. „Die zuständigen Kolleginnen und Kollegen arbeiteten mit einem auf die Schnelle selbstgeschriebenen Programm“, so die Kritik. „Da das händische Berechnen Zeit und Arbeitskraft frisst, fehlte es zudem auch an „reiner Manpower““.

Beides wird jetzt erst behoben. So wird ein bundesweit schon vorhandenes Programm in Thüringen erst im Februar 2021 anwendbar sein. Zusätzliches Personal soll aus nahezu allen Abteilungen – ungeachtet der bisherigen Aufgaben – abgezogen werden.

Doch auch für dieses Personal fehlt die Technik, deren Bestellung längst läuft und trotzdem nicht da ist. „Das Personal unter diesen Bedingungen auch noch verpflichtend ins Homeoffice zu schicken, ist vielleicht gut gemeint, aber nicht hilfreich und findet zurecht die Kritik der Beschäftigten.“

Dbb Bundesvorsitzender Silberbach kritisiert in diesem Zusammenhang auch die Bundesregierung: „Die Bundesregierung hat Enttäuschungen hervorgerufen, indem sie immer wieder Erleichterungen und Hilfen versprochen hat, ohne dazuzusagen, dass es etwas dauert, bis diese fließen können“.