28. Februar 2023
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Saskia Grimm, Landesjugendvorsitzende dbb jugend thüringen:

„Der öffentliche Dienst muss eine Perspektive für junge Menschen schaffen!“

Landeshauptvorstand am 24.02.2023

Im Rahmen der Vorstellung des „Personalentwicklungskonzepts 2035“ durch den Chef der Thüringer Staatskanzlei Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff zum Landeshauptvorstand des tbb setzt sich Saskia Grimm als Landesjugendvorsitzende für die Jugend ein. Sie macht auf den dringenden Handlungsbedarf im öffentlichen Dienst aufmerksam, um diesen für die junge Generation attraktiver zu machen.

„Der Rentenabgang ist so hoch, dass Loch im Personal wird immer größer und doch erreichen wir die Ausbildungszahlen wieder nicht.“ mahnt S. Grimm in Anbetracht der alterszentrierten Personalstruktur. Im Gespräch über das Personalentwicklungskonzept für Thüringen weist S. Grimm auf die schlechten (Entwicklungs-) Perspektiven für junge Menschen im öffentlichen Dienst als Grund für mangelnden Nachwuchs hin. Nach der Ausbildung erfolgen selten Beförderungen, Fortbildungen in der „Probezeit“ zur Motivierung junger Beschäftigter kämen erst gar nicht in Frage und auch die Weiter- und Fortbildungsmöglichkeiten sind nicht zufriedenstellend. S. Grimm findet klare Worte: „Ich kann junge Menschen, welche in eine Arbeit innerhalb der freien Wirtschaft wechseln oder diese bevorzugen verstehen. So schlimm das klingt, wir müssen uns an der Privatwirtschaft ein Vorbild nehmen. Die Arbeitgeber dort sind weiter in der Digitalisierung, weiter bei Fortbildungsmöglichkeiten und weiter bei der Telearbeit. Es geht nicht nur um die Bezahlung. Ich verbringe bei voller Beschäftigung mindestens 8 Stunden auf Arbeit, da müssen zwingend auch die Rahmenbedingungen stimmen.“ Außerdem stellt S. Grimm die Frage, warum es nicht möglich ist, junge Menschen generell zu fördern, anstatt sie in ihrer beruflichen Entwicklung zu bremsen. So sollten Studienabschlüsse (Bachelor, Master) als Qualifizierung anerkannt werden und außerhalb vom öffentlichen Dienst erworben werden können. Hierbei gäbe es für jeden Bereich qualifizierende Studiengänge, welche auch im Rahmen eines Fernstudiums machbar sind.

„Man sollte sich die Frage stellen, warum junge Menschen den öffentlichen Dienst nach der Ausbildung oder wenige Jahre danach wieder verlassen. Das kann nicht unser Ziel sein.“ ruft S. Grimm ins Gedächtnis. Um dies zu verhindern, sieht die Landesjugendvorsitzende zwingenden Handlungsbedarf beim Schaffen von Zukunfts- und Entwicklungsmöglichkeiten für junge Menschen im öffentlichen Dienst. Beförderungen sollten sich nicht auf Regelbeförderungen beschränken, sondern auch durch Eignung, Leistung und Befähigung möglich sein. „Auch junge Menschen sind dafür geeignet, relativ zeitnah höhere Dienstposten wahrzunehmen und diese gut auszufüllen.“ Demnach sei eine Durchlässigkeit der Laufbahnen essenziell für die Motivation junger Beschäftigter. Auch bei den Beurteilungen sieht S. Grimm Verbesserungsbedarf. Häufig werden diese nicht zwingend entsprechend den Leistungen ausgestellt, Ministerien stimmen einer guten Beurteilung nicht zu oder eine darauffolgende Beurteilung ist deutlich schlechter. Dies kann nicht die gängige Praxis sein. „Der Beschäftige erfüllt seine Arbeit doch nicht plötzlich weniger gut.“ kritisiert S. Grimm.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Perspektiven für junge Beschäftigte im öffentlichen Dienst derzeit stark ausbaufähig sind und dies im PEK 2035 Beachtung finden sollte.

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