13. April 2021
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30 Jahre Erfolgsfaktor tbb

Herzlichen Glückwunsch dem Spitzenverband tbb!

Heute ist es auf den Tag genau 30 Jahre her, dass sich der tbb als Thüringer Landesbund des Deutschen Beamtenbundes konstituierte. Am 13. April 1991 begann in Saarbrücken die Mitgliedschaft des gerade erst gegründeten Thüringer Beamtenbundes im DBB mit der symbolischen Überreichung einer Sitzungsglocke.

 

Die Entwicklung dorthin begann in den letzten Tagen der DDR. Die sich zuspitzenden gesellschaftspolitischen Widersprüche und die für jeden Bürger offensichtliche Reformunfähigkeit nährte 1989 nicht nur den vordergründigen Wunsch nach Freiheit und Freizügigkeit. Der Drang nach Veränderung war vor allem beseelt vom Ziel einer wirklichen persönlichen Selbstbestimmung, nach Rechtsstaatlichkeit und der Verwirklichung von Grundrechten, wie Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit u.a. Erst die friedliche Revolution des Herbstes 1989 ließ all dies Realität werden.

Kaum war die Mauer gefallen, eröffnete dies die Chance das Leben neu zu gestalten. Jeder, konnte erkennen, dass in diesem Teil Deutschlands nichts mehr so sein werde, wie es gewesen war. Und dies war ein gutes Gefühl! Es war aber auch die Zeit großer persönlicher Unsicherheiten, der Orientierungssuche und Fragen an die Zukunft. Wie sollte es konkret weitergehen? Behalte ich meinen Arbeitsplatz? Werden die erworbenen beruflichen Qualifikationen im Westen anerkannt und gibt es für mein berufliches Betätigungsfeld in einer sozialen Marktwirtschaft Bedarf? Werde ich gebraucht und wenn ja, wo? Euphorie und Ratlosigkeit lagen in jeder Zeit eng beieinander.  

Es konnte und es musste gehandelt werden. Die Probleme waren nur gemeinsam mit anderen zu bewältigen. Auch eine neue gewerkschaftliche Interessenvertretung musste her!

Schon im Dezember 1989 wurde durch eine Anzeige im „Neuen Deutschland“ die Initiative ergriffen und dazu aufgerufen, in der DDR das Beamtenverhältnis einzuführen und einen Beamtenbund zu gründen. Im kreisrunden, nüchternen und schmucklosen Saal der Kongresshalle am Berliner Alexanderplatz wurde am 24. Februar 1990, bei Hackepeter- und Käseschnittchen, mit noch sehr wenigen beschlussreifen Papieren, aber immerhin schon rund 500 interessierten Teilnehmern der IBB, der Interessenverbund „Beamtenbund in der DDR“ aus der Taufe gehoben. Ein Gründungskongress, der seine Wirkung nicht verfehlte. Mit dabei waren auch Vertreter aus Thüringen.

Den Geburtstag des tbb feiern wir jedoch am 13. April. Die vor 30 Jahren überreichte und noch immer stolz zu jedem Gewerkschaftstag geläutete Sitzungsglocke trug die Inschrift: „Mit jedem Glockenschlag ertönt der Ruf nach Solidarität.“ Solidarität heißt Zusammenhalt, in unserer Gemeinschaft, im öffentlichen Dienst, in unserer Gesellschaft und ist so aktuell wie nie zuvor. Zur Solidarität gehört immer die Gegenseitigkeit. Wir stehen als Spitzenorganisation des öffentlichen Dienstes in Thüringen zusammen. Zur Solidarität gehört aber auch die Großzügigkeit. Ich frage nicht, was ich wann zurückbekomme, weil ich davon überzeugt bin, dass irgendwann, wenn ich das brauche, mir jemand auf die Beine hilft. Solidarität schaut nicht auf die Person, ihre Ansichten oder Gefühle, sondern auf ihre Hilfsbedürftigkeit. Solidarität setzt auch eine funktionierende Gemeinschaft voraus. So hat sich der tbb in all den Jahren verstanden: eine starke vielfältige Gemeinschaft, die ehrenamtlich miteinander füreinander einsteht.

Deshalb lasst uns heute zusammen unsere Gemeinschaft feiern: Herzlichen Glückwunsch tbb!

Nach drei Jahrzehnten Gemeinschaft wird das normalerweise groß mit allen Freunden, Kolleginnen und Kollegen, Partnern und Wegbegleitern aus der Politik gefeiert, vielleicht bei gutem Essen, möglichst kurzweiligen Ansprachen und spannenden Gesprächen.

Doch aktuell ist vieles anders. Und so werden wir einfach dieses ganze Jahr 2021 dazu nutzen, unser 30-jähriges Bestehen angemessen zu zelebrieren. Was dabei möglich ist, wird sich zeigen. 30 Jahre tbb heißen auch 30 Jahre ehrenamtliches Engagement der verschiedensten Akteure. Und dafür sagen wir DANKE - all denen, die an der Seite und hinter auch dem tbb stehen, die ihn anschieben, oder auch Schritt halten, die mittendrin sind, statt nur dabei. Denn am Ende sind das Wichtigste die Menschen, die sich seit 30 Jahren im gewerkschaftlichen Ehrenamt engagieren - mit Stärke und Durchhaltevermögen, mit Ideen und Visionen und vor allem mit Herzblut.

Seit nunmehr 30 Jahren basiert unser gemeinschaftliches Engagement auf der Überzeugung, dass wir handeln müssen, wenn wir nicht behandelt werden wollen. Die Hände nur in den Schoß zu legen hieße für uns, dass wir keinen Einfluss auf Entwicklungen nehmen könnten. Doch wir wollen Einfluss darauf nehmen, dass die Entwicklungen in einem ausgewogenen Verhältnis zwischen den Interessen der Bürgerinnen und Bürger an einer verlässlichen öffentlichen Aufgabenerfüllung und den Interessen der Beschäftigten an motivierenden dienst- und arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen stehen.

Seien sie gewiss, dass der tbb auch in den nächsten 30 Jahren ein Streiter für die Sache sein wird. Mit hoher Sachkompetenz und mit Weitblick werden wir für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst kämpfen. Von einer starken Gemeinschaft profitieren alle, um einen starken Sozialstaat auch in Zukunft gewährleisten zu können.

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