Beschimpft, angeschrien, bedrängt oder sogar geschlagen: Gewalt gegen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes ist längst keine Ausnahmeerscheinung mehr. Die aktuelle dbb Bürgerbefragung „Öffentlicher Dienst 2025 – Gewalt gegen öffentlich Beschäftigte“ zeigt eindrucksvoll, wie verbreitet Übergriffe im Arbeitsalltag sind.
dbb Bürgerbefragung „Öffentlicher Dienst 2025 – Gewalt gegen öffentlich Beschäftigte“:
50 Prozent der Beschäftigten im öffentlichen Dienst geben an, während ihrer Tätigkeit bereits behindert, beschimpft oder tätlich angegriffen worden zu sein. Bei Beamten liegt der Anteil sogar bei 59 Prozent. Besonders häufig sind verbale Übergriffe: 82 Prozent der Betroffenen wurden beleidigt, 73 Prozent angeschrien. 32 Prozent wurden körperlich bedrängt, 18 Prozent geschlagen und 17 Prozent bespuckt.
Die Studie zeigt zugleich eine deutliche Lücke beim Schutz: 44 Prozent der Beamten wünschen sich mehr Schutz und Unterstützung durch Vorgesetzte beziehungsweise Dienstherrn. Und obwohl sich insgesamt 76 Prozent der Beschäftigten im Arbeitsalltag sicher fühlen, empfinden 25 Prozent der Beamten ihre Situation mit Blick auf mögliche Gewalt- oder Bedrohungssituationen als eher oder sehr unsicher.
Was können Beschäftigte tun, wenn eine Situation eskaliert? Welche Maßnahmen können Dienststellen ergreifen? Wie wichtig sind Deeskalationstraining, Selbstverteidigung und technische Schutzmaßnahmen? Und was muss ein Dienstherr leisten, damit Beschäftigte sich bei ihrer täglichen Arbeit sicher fühlen können?
Auch die Erwartungen der Beschäftigten sind eindeutig: 42 Prozent wünschen sich mehr Deeskalationstrainings und ebenso viele Selbstverteidigungskurse. 54 Prozent sprechen sich für stärkere Abschreckungsmaßnahmen durch härtere Strafen für Täter aus.
Der Vortrag richtet sich insbesondere an Beschäftigte mit Publikums- und Bürgerkontakt, Beamtinnen und Beamte, Personalvertretungen sowie Führungskräfte und Dienststellenverantwortliche.
Denn klar ist: Wer den Staat vor Ort vertritt, darf mit Aggression und Gewalt nicht allein gelassen werden.
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1. Bildungs- und Verbandstag des tbb
9. Oktober 2026 | Erfurt | IHK Erfurt