10. März 2021
Auf Facebook teilenAuf Twitter weitersagenArtikel versenden

Beamtenbund zu Vorwurf „Verwaltungsversagen“

„Mehr Verantwortungsgefühl von Führungskräften stünde diesem Land gut zu Gesicht“

„Es macht mich wütend, wenn ein Kabinettsmitglied der Landesregierung von Verwaltungsversagen spricht“, so Frank Schönborn, Vorsitzender des Thüringer Beamtenbundes, des Spitzenverbandes für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst als Reaktion auf einen Artikel in der Thüringer Allgemeinen vom 10. März 2021. „Als wenn ´die Verwaltung´ eine Maschine wäre, die einfach mal so den Geist aufgibt. Blödsinn. Verwaltung wird von Menschen gemacht und folgt den Regeln bzw. Gesetzen, die wiederum die Politik gemacht hat. Die Richtung gibt dabei die Landesregierung vor.“

Ihn rege dabei auf, dass Führungsversagen auf die letzten in der Kette geschoben wird. Das Verhalten sei auch außerhalb des öffentlichen Dienstes nicht neu, nur wird sich in der Verwaltung kaum einer wehren. Die Beamten, die sich in einem besonderen Dienst- und Treueverhältnis befinden, sowie die Tarifbeschäftigten des öffentlichen Dienstes sind Garant für einen funktionierenden starken Staat.

Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Thüringen haben sich als Krisenerprobt erwiesen. Ob Flüchtlingskrise, Umsetzung der Digitalisierung durch die Beschäftigten oder die Bewältigung und der Umgang mit der Covid19 Pandemie hat gezeigt, wie flexibel und motiviert die Kolleginnen und Kollegen sind. Es ist leicht eigenes Versagen nach der Sandkastenmethode auf andere zu schieben. Größe und Wertschätzung zeigt der, der sich vor seine Beschäftigten stellt.

Als tragender Pfeiler unserer Gesellschaft ist der öffentliche Dienst Servicepartner und Dienstleister.  Es ist an der Zeit, die Leistungen der Verwaltung öffentlich zu würdigen und Position zu beziehen, wer denn nun den Kurs vorgibt und diesen an die Beschäftigten klar zu kommunizieren.

Unter diesen Aspekten, so schlussfolgert der Vorsitzende des thüringer beamtenbundes und tarifunion, fordert er die Landesregierung und insbesondere das Kabinett im Namen aller Beschäftigter der Thüringer Landesverwaltung auf, „stünde mehr Verantwortungsgefühl von Führungskräften diesem Land gut zu Gesicht“.