25. Mai 2020

dbb bundesfrauenvertretung

Aus der Krise lernen

Die Corona-Pandemie bestimmt weiterhin unseren Alltag: Für die vielen Beschäftigten im öffentlichen Dienst heißt das täglich neue Herausforderungen zu meistern. Unter dem Hashtag #zusammen haben zahlreiche Beschäftigte Momentaufnahmen ihres Arbeitsalltags eingesandt und machen sichtbar, was viele nicht sehen: Nämlich die vielen Millionen Menschen, die an vielen Orten und unter erschwerten Bedingungen mit großer Motivation und hohem Engagement daran arbeiten, dass Staat, Wirtschaft und Gesellschaft möglichst gut durch diese schwere Zeit kommen.

In diesen atemlosen Zeiten sind schnelle und unbürokratische Lösungen gefragt. Die Digitalisierung ist da ein wichtiges und hilfreiches Mittel. Auch wir bei der dbb bundesfrauenvertretung machen das Beste draus und haben unsere Sitzungen in den digitalen Besprechungsraum verlagert. Im Moment führen wir in Deutschland das größte Homeoffice-Experiment aller Zeiten durch. Gerade in den Verwaltungen sehen wir, wo die digitale Arbeit gut funktioniert und wo noch Nachbesserungsbedarf besteht.

Unter besonderem Druck stehen jetzt die Frauen, die noch immer die Hauptlast der Sorgearbeit schultern – beruflich und privat! Die meisten systemrelevanten Berufe werden von Frauen bestritten. Gleichzeitig sind Teilzeitkräfte und Alleinerziehende oft doppelt belastet. Gerade in Familien mit Kindern bis drei Jahren arbeiten die Mütter bereits jetzt schon zu knapp 90 Prozent in Teilzeit. Und der Druck steigt mit jedem Tag, an dem Kitas und Schulen geschlossen sind: Wir beobachten, dass es vorrangig Frauen sind, die zugunsten der Familienorganisation weiter beruflich zurückstecken und das nicht unbedingt freiwillig. Jutta Allmendinger, Präsidentin des WZB, warnte jüngst vor einer Retraditionalisieurng, die Frauen in alte Rollenmuster zurückdrängt. Dazu passt, dass die geplante Reform des Führungspositionengesetzes, das im Mai zur Abstimmung im Bundeskabinett vorgesehen war, weiter auf die lange Bank geschoben
wird. Widerstand kommt vor allem aus dem Wirtschaftsministerium, das mögliche Mehrbelastungen für Unternehmen befürchtet.

Link zur aktuellen Ausgabe von frauen im dbb:

Die Politik bleibt eine Antwort auf die Frage der geschlechtergerechten Bewältigung der Krise schuldig. Bundesweit schlagen Frauenorganisationen jetzt Alarm. Die dbb bundesfrauenvertretung reiht sich hier ein und fordert nachhaltige Lösungen: Die Gleichstellung von Männern und Frauen muss im Zentrum des Krisenmanagements stehen und darf nicht
wieder zugunsten anderer Lösungsmaßnahmen hintangestellt werden. Denn sie betrifft uns alle, das haben die letzten Wochen gezeigt.