NachWuchsKampagne
JETZT muss in den öffentlichen Dienst investiert werden!
Der öffentliche Dienst ist nicht nur ein Verwaltungsapparat, sondern unverzichtbarer Bestandteil der Gesellschaft, welcher Stabilität, Gerechtigkeit und Fortschritt ermöglicht. Der öffentliche Dienst bildet das Fundament unserer Gesellschaft.
Durch gemeinwohlorientierte Arbeit sorgt er für die Grundversorgung, soziale Gerechtigkeit und stabile demokratische Verhältnisse. Diese Aufgaben dienen der Bevölkerung und werden unabhängig von wirtschaftlichen Interessen ausgeführt. Doch Ergebnisse der Bürgerbefragung 2025 des dbb zeigen, dass die Bürger*innen zunehmend davon überzeugt sind, dass der Staat nicht mehr in der Lage ist, seine Aufgaben zu erfüllen: 73 % der Befragten meinen, dass der Staat überfordert ist und nahezu die Hälfte (47 %) sind der Ansicht, dass die Leistungsfähigkeit des öffentlichen Dienstes nachgelassen hat.
Bereits im Jahr 2021 hat der Nationale Normenkontrollrat als unabhängiges Beratungs- und Kontrollgremium der Bundesregierung festgestellt, dass ohne einen leistungsstarken öffentlichen Dienst, die Politik nicht vorausschauend regieren, evidenzbasiert entscheiden, wirksam regulieren, Innovation fördern, Krisen meistern und bürgernah handeln kann. Um die Leistungsfähigkeit und Ergebnisorientierung von Behörden zu erhöhen, Prozesse zu beschleunigen und die Verwaltungskultur nachhaltig zu verändern, bedarf es laut des Kontrollrates systematische Ansätze für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Die Digitalisierung der Verwaltung ist hierbei ein entscheidender Hebel zur Qualitätsverbesserung staatlicher Leistungen.
Auch wir als dbb jugend thüringen fordern Investitionen in den öffentlichen Dienst: Für einen zukunftssicheren öffentlichen Dienst bedarf es fairer und moderner Rahmenbedingungen, Fachkräfte müssen gewonnen und gehalten werden. Dbb Chef Volker Geyer macht deutlich: „Die öffentliche Daseinsvorsorge ist chronisch unterfinanziert […] Klar ist: Die Staats- und Verwaltungsmodernisierung ist ein Marathon, kein Sprint. […] Das durch Modernisierungsvorhaben eingesparte Geld muss beispielsweise in eine Weiterbildungsoffensive für die Beschäftigten und attraktivere Arbeitsbedingungen investiert werden, so wie es der ‚Effizienzfonds‘ im Koalitionsvertrag vorsieht. Denn es ist zwingend erforderlich, gerade im Bereich der Digitalisierung mehr eigene Kompetenzen aufzubauen.“
Die Arbeitgeberseite muss vor allem jungen Nachwuchs gewinnen und in diesen investieren, um eine Verschärfung der Personalengpässe zu verhindern, denn diese treffen nicht nur Beschäftigte, sondern auch die Bevölkerung. Herr Geyer betont: „Die Beschäftigten des Staates sollen immer mehr Aufgaben übernehmen und sind immer mehr Stress ausgesetzt, so kann es nicht weitergehen. Wir müssen alles dafür tun, um mehr Personal zu gewinnen. Nur so können wir die Beschäftigten entlasten. Nur so können wir den Bürgerinnen und Bürgern die Qualität in der Daseinsvorsorge bieten, die sie verdienen – egal, ob es um die Bildung in den Schulen geht oder um die Sicherheit auf den Straßen. Die Formel ist simpel: Ohne attraktive Arbeitsbedingungen und ohne konkurrenzfähige Gehälter gibt es kein Personal.“
Über die Hälfte der Befragten (56 %) sind der Ansicht, dass die Leistungsfähigkeit des Staates sowohl auf kommunaler als auch auf Landes- und Bundesebene verbessert werden müsste. Die Bürgerbefragung zeigt: Seit Jahren sinkt das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit des Staates. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch der eGovernment Monitor 2025: Nur noch ein Drittel der Bevölkerung vertrauen in die Handlungsfähigkeit des Staates. Diese Ergebnisse sind besorgniserregend, denn zunehmendes sinkendes Vertrauen in den Staat gefährdet die Demokratie. Der dbb Bundesvorsitzender Herr Geyer stellt fest: „Die Gründe für den Vertrauensverlust in den Staat sind vielfältig, aber ein ganz entscheidender Faktor ist, dass Deutschland bei der Digitalisierung der Verwaltung immer noch große Defizite hat. Vertrauen gewinnen wir nur mit einer leistungsfähigen, digitalen Verwaltung zurück.“ Dies sehen auch die Teilnehmenden der Bürgerbefragung (2025) so: 40 % sind der Meinung, dass die Modernisierung und Digitalisierung des öffentlichen Dienstes eine sehr wichtige Aufgabe darstellen. Die Politik muss der Staats- und Verwaltungsmodernisierung Priorität einräumen, denn eine konsequente Digitalisierung ist für eine effiziente Aufgabenerfüllung unerlässlich.
Eines steht fest: „Der Staat muss verlorenes Vertrauen zurückgewinnen. Hierfür spielt ein funktionierender und leistungsstarker öffentlicher Dienst eine Schlüsselrolle.“ so Matthäus Fandrejewski, Vorsitzender der dbb jugend. Dafür bedarf es umfangreiche Investitionen in den öffentlichen Dienst – und zwar zeitnah. Denn wie ein bekanntes Sprichwort besagt, war die beste Zeit für eine Investition in die Zukunft vor 20 Jahren, aber die zweitbeste Zeit ist JETZT. Entscheidungstragende müssen JETZT reagieren, denn der Öffentliche Dienst steht in den kommenden Jahren und Jahrzehnten vor zahlreichen Herausforderungen: der demografische Wandel, KI und der Fachkräftemangel sind nur einige Beispiele, welchen wir ohne umfangreiche Investitionen nicht gewappnet sind.
