24. März 2026

NachWuchsKampagne

Neue Kompetenzen fallen nicht vom Himmel. Beschäftigte des öffentlichen Dienstes benötigen Schulungen zur Digitalisierung!

Die Digitalisierung und der Einsatz von KI im öffentlichen Dienst sind unausweichlich. Zum einen stellt die KI eine Chance im Kampf gegen den Nachwuchsmangel dar, zum anderen erwartet die Bevölkerung eine zunehmende Digitalisierung der Verwaltung.

Dies sieht auch der dbb Bundesvorsitzende Herr Geyer so: „Die Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht, dass der Staat neue Technologien wie KI-Anwendungen nutzt, um effizienter zu arbeiten. Die Wirtschaft ist hier in vielen Bereichen schon viel weiter – die Verwaltung droht, den Anschluss zu verlieren. KI bietet erhebliche Potenziale, um die Mitarbeitenden in der Verwaltung zu entlasten und den Service für die Bürgerinnen und Bürger zu verbessern.“ Der eGovernment Monitor 2025 bestätigt, dass 65 % der Befragten der Ansicht sind, dass der Staat neue Technologien gezielt für eine höhere Effizienz in der Verwaltung einsetzen sollte. 

Der öffentliche Sektor erlebte in den letzten Jahren einen Aufgabenzuwachs: Die Beschäftigten müssen mehr Aufträge erfüllen, mehr Verordnungen berücksichtigen und mehr protokollieren. Hinzu kommt der akute Fachkräftemangel. Schon jetzt fehlen 570.000 Beschäftigte und in den kommenden 20 Jahren werden die geburtenstarken Jahrgänge aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden. Dies bedeutet eine weitere Verschärfung des Personalmangels (dbb Monitor 2025). Der Einsatz von künstlicher Intelligenz kann diesen Mangel lindern, indem sie die Beschäftigten in der Ausübung von Routineprozessen unterstützt und somit mehr Zeit für die Erledigung anderer Aufgaben bleibt.  In den letzten Jahren haben sich entsprechende Technologien rasant entwickelt und verändern die Arbeitswelt von morgen grundlegend. Während die Wirtschaft beispielsweise Chatbots bereits nutzt, stellt sich im öffentlichen Dienst die Frage, wie der Einsatz solcher KI in den Arbeitsalltag integriert werden kann. Auch V. Geyer warnt vor den rechtlichen und ethischen Grenzen: „Der Staat hat andere Aufgaben als die Privatwirtschaft. Da geht es beispielsweise um öffentliche Sicherheit, Daseinsvorsorge, Bildung oder Rechtssicherheit und er greift oft direkt in das Leben der Menschen ein. Wenn etwa Eltern ihr Kind entzogen werden muss, darf das keine KI entscheiden.“ Der Einsatz von KI stellt somit kein Allheilmittel dar und wird den drohenden Personalmangel nicht vollumfänglich abfedern können. Chancen und Risiken, beispielsweise im Hinblick auf den Datenschutz, müssen abgewogen und KI verantwortungsvoll und mit Weitblick genutzt werden. 

Hinzukommt, dass die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes auf die Veränderungen, Unsicherheiten und Komplexitäten der Arbeit unter den Bedingungen der Digitalisierung vorbereitet werden müssen. Die Einführung neuer Technologien bringt Herausforderungen mit sich und muss angemessen vorbereitet werden. Neben den entsprechenden Rahmenbedingungen müssen auch Mitarbeitende vorbereitet werden, denn die umfassende Digitalisierung kann nur erfolgreich sein, wenn alle Beschäftigten über entsprechende Kompetenzen und Qualifikationen verfügen. Dies beinhaltet beispielsweise grundlegende IT- und Medienkompetenzen, sowie die Entwicklung neuer bzw. veränderter Kompetenzen. Doch diese Kompetenzen fallen nicht vom Himmel, sondern müssen mit Hilfe eines vielfältigen Fortbildungsangebots erlangt werden. Studiengänge und Berufsausbildungen müssen angepasst werden und ein stetiger Auf- und Ausbau von KI-Kompetenzen im Berufsleben ist essenziell. Hierfür bedarf es interne und externe Schulungen und die vollumfängliche Unterstützung des Arbeitgebers. Bereits seit Anfang 2025 verpflichtet eine EU-Verordnung zu einer Schulung, wenn KI im Arbeitsalltag eingesetzt wird, konkrete Vorgaben zur Gestaltung dieser gibt es jedoch nicht.

Es sollte im Fokus stehen, dass alle Beschäftigten über ein Grundverständnis über die Funktionsweise sowie die Vorteile und Risiken von KI-Systemen verfügen. Dies setzt Investitionen in die Fort- und Weiterbildung der Beschäftigten im öffentlichen Sektor voraus, denn für die digitale Transformation sind diese genauso bedeutungsvoll wie eine angemessene Ausstattung. KI soll helfen, unterstützen und entlasten. Ziel sollte es daher außerdem sein, den Beschäftigten die KI nicht als Bedrohung, sondern als Chance aufzuzeigen. Diese Akzeptanz und das Verständnis für die neue Arbeitsweise müssen durch Schulungen gefördert werden. Ebenso wichtig ist eine Vorbereitung der Beschäftigten auf veränderte Anforderungen an Erreichbarkeit, Schnelligkeit, Transparenz und Servicequalität durch die Möglichkeiten der Digitalisierung. Dies unterstreicht das Ergebnis des Fach- und Führungskräftebarometer 2025: Viele Fachkräfte fühlen sich im Umgang mit digitalen Tools, Arbeitsweisen und Anwendungen mit künstlicher Intelligenz unsicher. Es gibt deutliche Lücken in den digitalen Fähigkeiten.

Es ist unbestreitbar: Der Mensch muss weiterhin im Mittelpunkt stehen und es bedarf einer engen Einbindung der Beschäftigten in den technologischen Wandel. Die Digitalisierung wird nur erfolgreich sein, wenn kompetente Mitarbeitende diese rechtssicher, verlässlich, nachvollziehbar und am Gemeinwohl orientiert einsetzen können. Daher sollte es oberstes Ziel der Arbeitgeberseite sein, die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes durch umfängliche und qualitativ hochwertige Schulungen auf den Einsatz neuer Technologien vorzubereiten. 

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