15. April 2026

Im Gespräch: Thüringer Beamtenbund und Gemeinde- und Städtebund Thüringen

Thematisch verwandte Diskurse bei Land und Kommunen

Ein hochinteressantes Austauschgespräch fand am 15. April 2026 zwischen den beiden Thüringer Spitzenverbänden tbb beamtenbund und tarifunion thüringen (gewerkschaftliche Spitzenorganisation des öffentlichen Dienstes in Thüringen) und dem Spitzenverband der Gemeinden, Städte und Verwaltungsgemeinschaften im Freistaat Thüringen statt.

Der Präsident des Gemeinde- und Städtebundes Thüringen Herr Dr. Steffen Kania empfing den Landesvorsitzenden des tbb Herrn Frank Schönborn und seine zwei Stellvertreterinnen Frau Nicole Siebert und Frau Kristin Arnold in Saalfeld. 

Beide Seiten führten zu den Einkommensrunden TVöD und TV-L aus. Der tbb betonte insbesonders, dass die Regelungen zum besonderen Kündigungsschutz nur im Rechtskreis der Kommunen im Osten nicht gelten. Dies jedoch, hatten die Vertreter des tbb vehement in der TVöD-Runde 2025 gefordert, leider vergeblich. Es bleibt ein Ärgernis und ist im Jahr 2026 nicht mehr erklärbar und zeugt von wenig Wertschätzung des VKA (Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände) gegenüber den Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in den Kommunen im Osten. 

Ein großer Konsens besteht in der gemeinsamen Forderung im Thüringer Entlastungsgesetz, die Thüringer Kommunen von der bisherigen Zuständigkeit der Vollstreckung von Rundfunkgebühren (GEZ-Gebühr) zu entbinden und die Zuständigkeit zu offenen Forderungen an die Gerichtsvollzieher anzubinden.

Auch das Thema Fachkräftegewinnung zeigt, wie nah beide Spitzenverbände das Berufsbeamtentum eint. Im kommunalen Bereich wird die Möglichkeit auf Verbeamtung genutzt, um potenzielle Interessenten für den öffentlichen Dienst im Bereich Gemeinde und Städte zu gewinnen (Bezahlung nach TVöD), denn ohne Anreiz auf Verbeamtung bleiben viele Stellen jetzt schon unbesetzt. Auch beim Land Thüringen mehren sich die freien Stellen, bei steigendem Arbeitspensum und gleichzeitig ausgesprochenem Ziel der Landesregierung des Personalabbaus aufgrund demografischer und digitaler Entwicklung. Neben der Fachkräftegewinnung und der Fachkräftebindung waren sich die Gesprächspartner auch einig, Nachwuchskräfte weiterhin verstärkt den positiven Weg zu ebnen, in Thüringen zu bleiben und im Rahmen des Zukunftsprogramms aktiv zu fördern.

Im Gespräch wurde ebenso der Vorschlag der Bundesregierung zur steuerfreien 1000 Euro Entlastungsprämie diskutiert. Einvernehmlich werden sich beide Spitzenverbände zu Veranstaltungen einladen und den regelmäßigen Austausch zu vielversprechendsten Kompetenzen forcieren.

zurück