01. April 2026

Demokratieförderung

TOP 10 für die Demokratie

Die dbb jugend fordert mehr Engagement bei der Demokratieförderung – und das schnellstmöglich. Um das Fundament der Demokratie in Zukunft zu sichern, sind aus Sicht der dbb jugend die folgenden zehn Punkte entscheidend:

1. Teilhabe und soziale Sicherheit zusammendenken

2. Demokratieförderung dauerhaft sichern

3. Ehrenamt und Engagement stärken

4. Jugendbeteiligung verbindlich machen

5. Demokratische Bildung ausbauen

6. Digitale Zivilcourage fördern

7. Den öffentlichen Dienst als Demokratiegaranten verstehen

8. Europäische Kooperation und Austausch gewährleisten

9. Vertrauen durch Transparenz schaffen

10. Die Rolle der Gewerkschaften stärken

Quelle der Forderungen

Polarisierung, Desinformationen und Hass bedrohen das demokratische Zusammenleben. Deshalb steht Demokratieförderung heute mehr denn je im Mittelpunkt gesellschaftlicher Debatten. Der Begriff Demokratieförderung bezeichnet in bestehenden Demokratien, die nachhaltige Stärkung der demokratischen politischen Kultur. Sie zielt darauf ab, Demokratie sowie ein friedliches und respektvolles Zusammenleben zu stärken. „Unsere Demokratie lebt davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen und sich aktiv für ihre Werte einsetzen“, so Matthäus Fandrejewski, Vorsitzender der dbb jugend. Deshalb braucht es Menschen und stabile Strukturen, die Demokratie tragen, schützen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken. 

Die Förderung der Demokratie ist auch in Thüringen von entscheidender Bedeutung, denn sie bildet das Fundament für eine offene, pluralistische und gerechte Gesellschaft. Als Bundesland mit einer reichen Geschichte und vielfältigen kulturellen Traditionen trägt Thüringen eine besondere Verantwortung, demokratische Werte lebendig zu halten und weiterzuentwickeln. In einer Zeit, in der populistische Tendenzen, Extremismus und Desinformationen zunehmend an Einfluss gewinnen, ist es umso wichtiger, junge Menschen frühzeitig für demokratische Prinzipien zu sensibilisieren und sie aktiv an politischen Prozessen zu beteiligen.

Der öffentliche Dienst als Säule der Demokratie

Der öffentliche Dienst, trägt bei der Förderung der Demokratie eine besondere Verantwortung. Die Vorsitzende des Vereins Verwaltung für Demokratie Julia Kümper bezeichnet die Verwaltung sogar als „Wirbelsäule der Demokratie“. „Alle Mitarbeitenden der Verwaltungen kennen, schützen und verteidigen die Demokratie auf allen Ebenen. Eine resiliente Verwaltung mit gemeinsamem Werteverständnis schafft Handlungssicherheit und stärkt Strukturen gegen demokratiefeindliche Angriffe sowie rechtswidriges Verhalten.“ begründet sie ihr Statement. Kümper sieht die Verwaltung als Garant der Demokratie, denn ohne funktionierende Verwaltung, gäbe es beispielsweise keine Gesetzgebung, keine Gesetzesurteile, keine Müllabfuhr und auch keine Sozialleistungen. „In all diesen Prozessen ist die Verwaltung als Exekutive relevant, in der Gewaltenteilung mit Judikative und Legislative. […] Letztendlich sind Verwaltungsmitarbeitende diejenigen, die entscheiden, ob ihre Handlungen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung entsprechen.“.

Auch wir als dbb jugend thüringen sind der Meinung, dass der öffentliche Dienst eine zentrale Bedeutung für das Funktionieren einer demokratischen Gesellschaft innehat. Der öffentliche Dienst sorgt für Stabilität und Kontinuität und verbindet Entscheidungstragende mit der Bevölkerung. Ein professioneller unparteiischer öffentlicher Dienst sichert die Einhaltung von Recht und Ordnung und schützt die Demokratie vor Willkür und Machtmissbrauch. Insgesamt bildet der öffentliche Dienst die stabile, funktionierende Basis, auf der demokratische Prozesse aufbauen. Ohne einen zuverlässigen öffentlichen Dienst würde das demokratische System ins Wanken geraten.

Doch der öffentliche Dienst und somit auch die Demokratie werden zunehmend bedroht, vermehrt werden demokratische Prozesse delegitimiert und Beschäftigte im öffentlichen Dienst angegriffen. Beispielsweise haben 30 % der Bundesbürger schon einmal Übergriffe auf öffentlich Beschäftigte beobachtet, diese wurden behindert, belästigt, beschimpft oder angegriffen (Monitor öffentlicher Dienst 2026). Dbb-Chef Volker Geyer erklärt: „Die Kolleginnen und Kollegen halten das Land durch ihren unermüdlichen Einsatz am Laufen. Obwohl sie für politische Fehlentscheidungen natürlich nicht verantwortlich sind, bekommen sie dabei den Frust der Menschen im Land zu spüren. Neben verbalen Ausfällen sind fast täglich irgendwo im Land tätliche Übergriffe zu verzeichnen.“.

Der öffentliche Dienst und das Berufsbeamtentum müssen als Säulen der Demokratie gestärkt und geschützt werden, denn diese sind essenziell, um die demokratischen Prinzipien von Rechtsstaatlichkeit, Gleichheit, Transparenz und Bürgerbeteiligung zu bewahren und weiterzuentwickeln. Nur so kann die Demokratie nachhaltig funktionieren und für alle Bürger und Bürgerinnen gerecht sein. Dies betont auch Volker Geyer: „Das Berufsbeamtentum ist ein tragender Pfeiler unseres demokratischen Rechtsstaats. Ohne Lehrkräfte, die Bildung vermitteln, ohne die Polizei, die für Sicherheit sorgt, und ohne die Kolleginnen und Kollegen, die im Dienst der Allgemeinheit arbeiten, würde unsere Gesellschaft nicht funktionieren. Der Staat muss wieder Stabilitätsanker sein.“. Aber „Die Angriffe auf das Berufsbeamtentum sind real. Immer wieder wird versucht, es zu relativieren, einzuschränken oder auf einen vermeintlichen Kernbereich zurückzudrängen“, fährt Geyer fort. 

Gewerkschaften als Ort der Demokratieförderung

Aber auch Gewerkschaften und besonders die junge Generation spielen bei der Demokratieförderung eine zentrale Rolle. Sie verkörpern demokratische Werte im Alltag und gestalten die Zukunft aktiv mit. Als Jugendverband sehen wir es als zentrale Aufgabe, die Demokratie zu stärken, weil wir überzeugt sind, dass junge Menschen eine treibende Kraft für positive Veränderungen sind. Durch Bildungsangebote, Diskussionen und gemeinschaftliches Engagement mit flachen Hierarchien fördern wir das Verständnis für Rechte und Pflichten, den respektvollen Umgang miteinander sowie die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Eine starke Demokratie braucht engagierte Bürgerinnen und Bürger, die ihre demokratische Kultur bewahren und weiterentwickeln. Als Jugendverband möchten wir einen Beitrag dazu leisten, eine offene, tolerante und solidarische Gesellschaft zu fördern, in der Vielfalt geschätzt wird und niemand ausgeschlossen wird. Gemeinsam setzt sich die dbb jugend thüringen dafür ein, Thüringen zu einem Ort zu machen, an dem Demokratie nicht nur theoretisches Ideal bleibt, sondern aktiv gelebt und gestaltet wird – heute und in Zukunft.

Einen niedrigschwelligen Rahmen für den Austausch zwischen Bürger*innen und Entscheidungstragenden stellt beispielsweise der von der dbb jugend thüringen organisierte politische Abend dar. Auch in diesem Jahr möchten wir am 07. Mai Interessierten aller Altersgruppen die Möglichkeit geben, miteinander ins Gespräch zu kommen, Eindrücke und Meinungen zu teilen und neue Perspektiven zu gewinnen. In einer zunehmend komplexeren Welt ist praktisch gelebte Beteiligung eine Chance, mehr Menschen am demokratischen Prozess zu beteiligen und gemeinsam gute Lösungen zu finden. Die dbb jugend thüringen hat es sich zum Ziel gemacht, dass politische Interesse zu fördern sowie das Bewusstsein für gesellschaftliche Herausforderungen zu schärfen. 

Die Mitglieder der dbb jugend machen sich stark für die Demokratie: Matthäus Fandrejewski, Vorsitzender der dbb jugend betont die persönliche Verantwortung: „Wir können Dinge geschehen lassen oder uns aktiv einbringen. Uns aktiv einbringen, um die Demokratie zu schützen und dort wiederzubeleben, wo ihr Wert in Vergessenheit geraten ist.“ In den vergangenen Jahren habe die Politik viel Vertrauen verspielt, beklagt Fandrejewski. Es sei höchste Zeit, sich noch intensiver für politische Bildung und Aufklärung einzusetzen. Dafür leiste auch die gewerkschaftliche Arbeit einen wertvollen Beitrag. 

Gewerkschaften benötigen jedoch den Rückhalt der Politik. „Nur alle gemeinsam können wir unsere Demokratie schützen und fördern!“ bringt es Saskia Grimm, Landesjugendvorsitzende der dbb jugend thüringen, auf den Punkt und fährt fort: „Die Politik trägt dazu bei, soziale Sicherheit zu gewährleisten. Das stärkt das Vertrauen in demokratische Institutionen und fördert soziale Gerechtigkeit. Wir als Gewerkschaftsjugend wünschen uns, einen stärkeren Dialog mit politischen Entscheidungstragenden und eine langfristige und stabile Unterstützung. Denn nur so können wir weiterhin einen Beitrag zur politischen Bildung, Mitbestimmung und gesellschaftlicher Teilhabe leisten.

Wir wünschen mehr Engagement für die Demokratieförderung

Gesellschaftliche Debatten spalten zunehmend die Bevölkerung, Spannungen und Polarisierungen gefährden den gesellschaftlichen Zusammenhalt und Radikalisierungen nehmen zu. Hinzu kommt, dass das Vertrauen der Bevölkerung in den Staat sinkt: Laut dem „eGovernment Monitor 2025“ vertrauen nur noch 33 % der Bevölkerung in die Handlungsfähigkeit des Staates. Angesichts dieser Herausforderungen ist es entscheidend, jetzt aktiv zu werden. Demokratieförderung trägt dazu bei, gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken, Extremismus vorzubeugen und die demokratische Kultur in Thüringen nachhaltig zu sichern. Es ist unabdingbar demokratische Werre zu festigen und mit Hilfe von Demokratischen Bildungsangeboten eine Brücke zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen zu bauen und das Verständnis füreinander zu fördern. Außerdem sollte es ein Bestreben sein, das Vertrauen in demokratische Institutionen und Prozesse zu stärken. Hierfür braucht es einen leistungsfähigen und starken öffentlichen Dienst – dieser muss effizient und digital arbeiten können. Ausreichend Personal und die notwendige technische Ausstattung sind hierfür essenziell. Insgesamt ist die Demokratiestärkung in Thüringen jetzt wichtiger denn je, um eine stabile, pluralistische Gesellschaft zu sichern, demokratische Werte zu verteidigen und die Grundlagen für eine gemeinsame Zukunft zu festigen.

Um das Fundament der Demokratie auch künftig zu sichern, muss der Staat handeln. Die dbb jugend thüringen schließt sich den zehn Forderungen der dbb jugend bund an und wünscht mehr Engagement für die Demokratieförderung. 

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