psychosoziale Risiken am Arbeitsplatz
Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz
Heute, am 28. April, ist der Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, welcher die Prävention von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten sowie das gesellschaftliche Bewusstsein für sichere Arbeitsbedingungen fördern soll.
Dieses Jahr bildet der Themenschwerpunkt das Psychosoziale Arbeitsumfeld. Die internationalen Arbeitsorganisation möchte mit diesem Gedenktag das Bewusstsein dafür schärfen, dass psychosoziale Risiken genauso als Arbeitsgefährdungen zu behandeln sind, wie die physischen Gefahren am Arbeitsplatz.
Die Bürgerbefragung des dbb (2024) unterstreicht die Wichtigkeit dieses Themas: Über die Hälfte der Befragten (55 %) gaben an sich sehr stark (14 %) bzw. eher stark (41 %) durch die aktuelle berufliche Tätigkeit psychisch belastet zu fühlen. Dies gilt insbesondere für die Beamten. Die Studie identifizierte als Hauptgründe für diese psychische Belastung Überstunden, Mehrarbeit, Unstimmigkeiten im Kollegium oder mit den Vorgesetzten, die allgemeinen Arbeitszeiten, das Arbeitsaufkommen bzw. der Leistungsdruck sowie (psychisch) belastende Arbeitstätigkeiten.
Der wachsende Personalmangel, ständig neue Aufgaben und Bürokratie im öffentlichen Dienst verstärken diese Belastungen und führen zu einer Arbeitsverdichtung, Überstunden und Doppelschichten. Es ist Aufgabe der Arbeitgebenden bzw. Dienstherren Verantwortung für die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten zu tragen. Schutz der Arbeitnehmenden vor Stress und Burnout sowie vor Gewalt und Belästigungen am Arbeitsplatz sollte eine Priorität darstellen.
Laut den Studienergebnissen wünschen sich Beschäftigte eine Entlastung durch Arbeitszeitverkürzungen und -flexibilisierungen. Insgesamt wünschen sich 77 % der befragten Beschäftigten im öffentlichen Dienst eher einen zeitlichen als einen finanziellen Ausgleich für Überstunden und Mehrarbeit. Weitere Lösungsansätze sehen die Befragten in mehr Urlaubstagen, der Verkürzung der Wochenarbeitszeit oder in einem Langzeitkonto zur Ansparung von Arbeitszeit. Die Studie zeigt, dass die psychisch am stärksten belastete Gruppe die höchsten Arbeitszeiten hat.
Viele Beschäftigte im öffentlichen Dienst stehen unter hohem beruflichem Druck, damit dies nicht zur psychischen Belastung wird steht der Arbeitgeber bzw. der Dienstherr in der Pflicht: Denn Sicherheit am Arbeitsplatz bedeutet nicht nur das Verhindern von Unfällen, sondern auch Schutz vor psychischer Belastung, Mobbing und gesundheitlichen Langzeitfolgen. Dabei trägt der Arbeitgeber bzw. Dienstherr eine zentrale Verantwortung. Letztendlich ist die Förderung der Gesundheit auch strategisch von Vorteil: Sie steigert die Motivation, reduziert Krankheitsausfälle und trägt langfristig zur Produktivität bei. Der Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz rückt die Förderung einer Präventionskultur in den Mittelpunkt. Dieses Anliegen unterstützt die dbb jugend thüringen.
PS.: Wie du mit Gefahrensituationen am Arbeitsplatz umgehen kannst und dich im Ernstfall schützt, lernst du in unserem Seminar am 07. November 2026. Melde dich jetzt unter jugend(at)dbbth.de an.
