17. September 2025

Ergebnisse der dbb Bürgerbefragung sind alarmierend

Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst

JEDER ZWEITE Beschäftigte im öffentlichen Dienst hat Gewalt erfahren müssen – ABER JEDER EINZELNE IST EINER ZU VIEL

Die allgemeine Gewaltbereitschaft der Gesellschaft scheint zuzunehmen: 84 % der Bundesbürger*innen gaben an, dass die Gesellschaft ihrer Auffassung nach zunehmend verrohe und der Umgang der Menschen untereinander rücksichtsloser und brutaler wird (dbb Bürgerbefragung, forsa, 2025). Auch die Gewaltbereitschaft gegenüber Beschäftigten im öffentlichen Dienst nimmt zu. Jeder zweite Beschäftigte im öffentlichen Dienst gab an, während der Arbeit bereits selbst Gewalt erfahren zu haben. Beamte (59 %) gaben dabei häufiger als Tarifbeschäftigte (48 %) an, übergriffige Taten erlebt zu haben.

Die Formen der erlebten Gewalt können vielfältig sein und von Beleidigungen bis hin zu physischen Angriffen reichen. Besonders alarmierend ist, das nahezu jeder Dritte Betroffene körperlich bedrängt (32 %) und sogar 18 % bereits geschlagen wurde. Besonders betroffen sind Berufsgruppen der Polizei und Rettungskräfte. Vermehrt müssen jedoch auch Bus- oder Straßenbahnfahrer Gewalterfahrungen im Dienst machen. Aber auch Mitarbeitende des Ordnungsamtes, Feuerwehrleute und Lehrkräfte sind häufig betroffen. Cirva jeder fünfte Beschäftigte des öffentlichen Dienstes fühlt sich eher bzw. sehr unsicher (21 %).

Diese bedenklichen Ergebnisse werfen die Frage auf, wie das Ausmaß der Gewalt im öffentlichen Dienst eingedämmt werden kann. Die dbb jugend thüringen setzt sich für eine klare Null-Toleranz-Haltung gegenüber Gewalt ein und fordert Arbeitgebende auf, ihrer Fürsorgepflicht nachzukommen und Beschäftigte zu schützen. Menschen, welche tagtäglich wertvolle Arbeit für die Gesellschaft leisten, müssen sich darauf verlassen können, dass der öffentliche Arbeitgeber für Sicherheit am Arbeitsplatz sorgt.

Die dbb jugend thüringen fordert einen sicheren öffentlichen Dienst!

Die Zahlen verdeutlichen eine besorgniserregende Entwicklung, welche nicht nur die physische Unversehrtheit der Beschäftigten bedroht, sondern auch das Vertrauen in staatliche Institutionen untergräbt. Daher fordern wir ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Verbesserung der Sicherheit von Beschäftigten im öffentlichen Dienst, welches folgende Punkte beinhalten muss: 

  1. Einheitliche Sicherheitsstandards
  2. Prävention und Schulung
  3. Konsequente Strafverfolgung
  4. Öffentlichkeitsarbeit und Wertschätzung
  5. Datenbasis und Monitoring

Diese Maßnahmen sollten die Wünsche bzw. Bedürfnisse der Beschäftigten berücksichtigen. Die Umfrage des dbb (forsa 2025) zeigt, dass sich 54 % aller Befragte härtere Strafen für Täter als Abschreckungsmaßnahme wünschen. Nahezu ein Drittel wünscht sich die versträrkte Anbringung von Notknöpfen bzw. Sicherheitskontrollen und Besucherscanner (32 %), mehr Sicherheitsteams bzw. einen Wachschutz (30 %) und Videoüberwachung (29 %). Fast die Hälfte wünschen sich ein Angebot an Deeskalationstrainings bzw. Selbstverteidigungskursen (42 %).

Die Arbeitgeberseite muss es sich als Priorität machen, die Sicherheit und das Wohlbefinden der Beschäftigten im öffentlichen Dienst nachhaltig zu verbessern. Die dbb jugend thüringen erachtet die Umfragenergebnisse als höchst bedenklich und ist der Meinung, dass diese als Mahnung für ein Umdenken ausreichen sollten, denn jeder Einzelne Übergriff ist einer zu viel!

Auch wir als Jugendverband möchten Mitarbeitende im öffentlichen Dienst stärken: In unserem Seminar „Sicher im Dienst“ am 01. November 2025 bieten wir ein kostenloses* Seminar zum Thema Gewaltprävention und Deeskalation an. Ziele des Seminars sind eine Stärkung der Handlungskompetenz im Umgang mit Gewalt und Bedrohungen, die Förderung eines sicheren und respektvollen Arbeitsumfeldes und die Erhöhung des Selbstbewusstseins der Teilnehmenden im Berufsalltag. Anmeldungen werden unter jugend@dbbth.de entgegengenommen.

*für junge Menschen unter 27 Jahren und Mitgliedern der dbbjth

 

 

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